Presse 2010 und älter

28. September 2010 - Honiglikör und Tintenfischpilz

Apfelfest Für zahlreiche Besucher gab es in Immenkerppel viel zu sehen

Overath. "In den Vorjahren waren hier Minister oder andere hochrangige Politiker, aber die sind gar nicht nötig, denn hier laufen mehr Leute den je herum" stellt Mark vom Hofe erfreut fest, als er sich auf dem Gelände in Immenkerppel umschaut. Bei milden Herbstwetter strömen vor allem viele junge Familien zum Apfelfest des Rheinisch-Bergischen Naturschutzvereins (RBN). Für die Kleinen gibt´s Bio-Brownies zum Naschen sowie Ziegen und Schafe zum Streicheln. "Alles alte Haustierrassen, die man hier im Bergischen überall sehen konnte" erklärt vom Hofe. Groß und Klein können beim Pomologen Hartmut Brückner entweder die 90 verschiedenen Apfelsorten bestaunen oder die Art der Äpfel aus dem eigenen Garten bestimmen lassen.

Neben Äpfeln und dem frisch gepressten Apfelsaft des Naturschutzvereins locken Kuchen einer Bio-Bäckerei, Schafskäse aus der bergischen Milchschäferei. Wurst vom Ziegenhof in Rösrath, Obstbrände der Hausbrennerei Roth und allerlei Honig- und Wachsprodukte des Imkerverein Overath, der in einem eigenem Raum des RBN einen Film in Dauerschleife zeigt, in dem erklärt wird, wie die Bienenzucht funktioniert. Daneben stehen auf Holztischen aufgestellt Wachskerzen in unterschiedlichsten Formen und Farben.

An der Wand gegenüber laden Wiesen-, Wald-, Blüten- und Rapshonig zum Kosten ein. "Waldhonig und Rapshonig werden am meisten verkauft. Die Sorten sind eigendlich zwei Extreme, weil der Waldhonig sehr dunkel und aromatisch, der Rapshonig hell und süß ist. Der Rapshonig hat einen sehr hohen Traubenzuckeranteil", sagt Udo Fontein, Kassenwart des Imkervereins, Met und Honigliköre, so genannte Randprodukte, werden in urigen Flaschen verkauft.

Neu auf dem Apfelfest ist der Pilzberater. Wilfried Collong steht neben dem Stand der Bio-Bäckerei aus Hennef, vor ihm ein Tisch mit 40 Pilzarten, alle aus der Region. "Die habe ich gestern beim Spazieren gesammelt", erzählt Collong. Die Besucher belagern den Pilzberater permanent. "Meist fragen mich die Leute, welche Pilze sie essen können, wie sie Pilze am besten zubereiten und ob die Pilze in ihrem Garten giftig oder genießbar sind." Eine Besonderheit hält der Pilzexperte unter der Glasglocke: "Das ist der rote australische Tintenfischpilz, der muss im Behälter bleiben, weil er bestialisch stinkt.

Organisator Mark vom Hofe fasst zusammen: "Hier zeigt sich, dass Menschen an Bioprodukten aus der eigenen Region hoch interessiert sind." Laut vom Hofe stärken Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau die Umwelt, denn "chemische Hilfsmittel der konventionellen Landwirtschat schädigen die Ökosysteme und somit die Artenvielfalt."

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger - Autor: Roland Jodin

Sommer 2008 - Heinrich Hausstätter spricht über Bienenzucht, Bestäubung, Honig u.v.m.

In einem Bienenstock dreht sich alles um die Königin. Arbeiterbienen leben nur zu einem Zweck, Nahrung für die Königin und das Volk herbeizuschaffen. Dazu fliegen sie aus Tag für Tag – vorausgesetzt es ist nicht kälter als 12 Grad – saugen Nektar aus den Blüten und bestäuben diese ganz nebenbei. Über die faszinierende Ordnung im Bienenstock, die wichtige Rolle bei der Blütenbestäubung und Nachwuchssorgen in der Imkerei sprachen wir mit dem ambitionierten »Hobby-Imker« und 1. Vorsitzenden des Bienenzuchtsvereins Overath Heinrich Hausstätter.

Seit jeher ist der gelernte Gärtner Heinrich Hausstätter fasziniert von der Ordnung in einem Bienenvolk. Und wenn man sich die genauer anschaut, ist das kein Wunder: In jedem Bienenstock gibt es immer nur eine Königin. Das Leben der Arbeiterbienen und Drohnen, das sind die männlichen Bienen, dreht sich ausschließlich um die Königin. Sie hegen, pflegen und füttern sie, da mit sie während der Brutzeit von März/April bis Ende August täglich bis zu 2.000 Eier legt.
Flugbienen im Frühjahr und Sommer haben eine durch schnittliche Lebensdauer von 35–45 Tagen. Die Königin von fünf Jahren. Die Arbeiterinnen, die im Winter in einer rotierenden Traube das Überleben der Königin sichern, leben einige Monate, von Ende August bis zum Frühjahr. Rotierende Traube heißt es, weil die Arbeit erbienen, die mit der Königin im Stock überwintern, sich wie eine Traube um die Königin hängen und ihre Körpertemperatur konstant auf 35 Grad halten. Sind Bienen im Äußeren der Traube abgekühlt, schlüpfen sie vor ins Zentrum der Traube, und Bienen aus dem Inneren übernehmen die Stellung außen. Die Drohnen überwintern nicht. Nach der Begattung der Königinnen werden sie im Herbst von den Arbeiterbienen getötet. Lockt im Frühjahr die Sonne, schwärmen die ersten Bienen aus, um Nektar, Wasser und Pollen zu sammeln. Die Königin beginnt Eier zu legen. Aus diesen Eiern schlüpfen Arbeiterbienen und Drohnen. Bei einem Flug besucht eine Biene weit über 100 Blüten. Zurück im Stock legt sie den Nektar als Nahrungsreserve für Königin und Volk in der Wabe ab. Für einen Liter Honig müssen Bienen im Schnitt in 10.000 Flugstunden 10 Millionen Blüten anfliegen. Im Sommer erhöht sich die Anzahl der Bienen im Stock von rund 10.000 Bienen auf 60.000 bis 80.000 Bienen.

Heinrich Hausstätter selbst hält 20 Bienenvölker, die er gemeinsam mit weiteren Imker-Kollegen aus dem Bergischen auch gezielt zur Bestäubung in der Landwirtschaft einsetzt. »Bestäubungs-Imkerei«, so Hausstätter, »wird heute immer wichtiger. Gerade bei Saatpflanzen oder in Gewächshäusern reicht die Windbestäubung oft nicht aus.« Die Folge: Schlechtere Qualität und geringere Ernten. Auf Rapsfeldern, auf denen zwei bis drei Bienenvölker pro Hektar zur Bestäubung ausgesetzt werden, steigt der Ernteertrag zum Beispiel um 30 bis 40 Prozent. Gleiches gilt für Erdbeer- oder Obstplantagen. »Angesichts wachsender Bevölkerungszahlen weltweit und steigendem Nahrungsmittelbedarf wird die Bienenbestäubung in Zukunft eine immer größere Rolle spielen«, ist Hausstätter überzeugt. Der Imkerei ist also eine gute Zukunft beschert, auch weil Bienenhonig so beliebt ist. Umso erstaunlicher, dass die Bienenzüchter ein großes Nachwuchsproblem haben – bundesweit. Das Durchschnittsalter im Verein Overath schätzt er auf gut 65 Jahre. Aber das sei nicht nur in Overath so, sondern überall. Für viele ist Imkerei etwas für den Ruhe- oder Vor ruhestand. Wer aber zu spät beginnt, schafft es nicht mehr, eine größere Zahl von Völkern zu bewirtschaften. Der Aufbau eines Volkes dauert ca. ein Jahr. Derzeit gibt es in Deutschland rund 700.000 Bienenvölker. Nach Expertenschätzungen wären aber mehrere Millionen notwendig, um eine flächendeckende Bestäubung zu gewährleisten. Alleine im Raps könnten über vier Millionen Völker eingesetzt werden. »Honig kann importiert werden, Blütenbestäubung nicht.«

Quelle: Die bergische Krankenkasse - Kundenmagazin

23. September 2006 - Overath Bienenzuchtverein präsentiert sich auf dem Apfelfest des RBN

Wie in jedem Jahr lud am vergangenem Sonntag der Rheinische Naturschutzbund (RBN) zu seinem traditionellem Apfelfest in und um die ehemalige Grundschule in Overath-Immenkeppel. Wie immer mit dabei: der Overather Bienenzuchtverein, der dem interessierten Publikum seine köstlichen Produkte vorstellte. Für besonderes Aufsehen sorgten jedoch auch die traditionellen Instrumente zur Honiggewinnung und Bienenzucht, die der Verein im Rahmen einer Ausstellung präsentierte. So weihte Bienenzüchter Heinz Schlecht die Festbesucher in die Geheimnisse der Königinnenzucht ein und stellte unter Beweis, das dazu nicht nur viel handwerkliches Geschick, sondern auch einiges Know-how von Nöten ist. "Die Zucht ist unerlässlich", erzählt der passionierte Züchter, "sonst kann es passieren, dass ein Bienenvolk durch Inzucht oder Einkreuzung einer anderen Bienenrasse aggressiv wird. Das kann besonders bei der Bienenhaltung in Wohngebieten unangenehm werden." Zum Glück sei die hierzulande heimische Bienenrasse "Carnica" sehr sanftmütig, so dass es bei artgerechter Zucht keine Probleme gebe.

Neben den Bienen gab es allerhand Wissenswertes zu ihrem leckeren "Nebenprodukt", dem Honig. Angefangen bei der Herstellung der Wachsplatten, auf denen die Bienen ihre Waben bauen, über die Entdeckelung der Waben mit den entsprechenden Werkzeugen bis hin zur letztendlichen Honiggewinnung in der Schleuder. "Wir schleudern nur Honig, der auch wirklich reif ist", erzählt der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Alfred Griehl, "das bedeutet, dass der Wassergehalt höchstens 18 Prozent beträgt." Selbstverständlich gab es das süße Produkt zum probieren: egal ob als leckeren Blüten- und Wildhonig auf köstlichem Brot oder in flüssiger weiterverarbeiteter Form als Met. Besonders beliebt: der "Bärenfang", ein leckerer Honiglikör.

Großer Andrang herrschte auch bei Armin Kureck. Der ehemalige Zoologe an der Universität zu Köln präsentierte die Hornisse und bewies, dass gerade dieses Insekt, trotz zu Unrecht schlechten Rufs, hochkomplexe Tiere sind. So zeugten zahlreiche Exponate von der beeindruckenden Nestbaukunst der Hornisse, die dazu vorwiegend Holz verwenden. Unter dem Mikroskop konnten die Besucher bei der Arbeit aus der Nähe beobachten. "Auch Hornissen stechen nur, wenn sie gereizt werden", gibt Kureck Entwarnung, "hat man ein Nest im Schuppen oder auf dem Dachboden sollte man einen Experten rufen, oder aber, wenn sie nicht al zu sehr stören, abwarten: Im Oktober und November sterben die Tiere ab und werden, da sie alte Nester nicht erneut bewohnen, im nächsten Jahr auch nicht wieder kommen.

Quelle: Mitteilungsblatt Overath - Autor: Markus Fischer

04. November 2003 - Imker garantieren bergischen Apfel

Overather Bienenzüchter heimsen Lob vom deutschen Imkerbund ein

OVERATH. Overather und Rösrather Imker sind beispielhaft engagiert, was die Zucht der wirtschaftlich bedeutsamen Insekten, die Nachwuchs- und Öffentlichkeitsarbeit angeht.

Das bestätigte Dr. Doris Kull vom Dachverband "Deutscher Imkerbund" ihren Bergischen Freunden bei der großen Präsentation anlässlich des RBN-Apfelfestes am Samstag. Während der Verband überall in der Republik seit Jahren einen leichten Rückgang der Imkereien verzeichnet, ist die Entwicklung in Overath erfreulich positiv.

Fast 50 Mitglieder stellen sich hier unter dem Vorsitz von Alfred Griehl in den Dienst der Natur, tun viel für Nachwuchsimker, denen sie für die ersten beiden Jahre einen gestandenen Züchter als "Paten" zur Seite stellen - mit beachtlichem Erfolg. Dr. Kull: "Das kann nur ein guter Ortsverein leisten!"

Beim Fest im Naturschutzzentrum zeigten die Imker alles um die fleißige und besonders nützliche Biene und ihre Produkte sowie dem, was man daraus machen kann.

Und es wurde die Symbiose der fleissigen Immen zum Apfel thematisiert: "Ohne Bienen gäbe es kaum Obst!"

Quelle: Rheinisch-Bergischer Kreis - Autor: aa