Presse 2011

20. Oktober 2011 - Apfelfest mit Ziegenwurst

Overath - Zum Apfelfest lädt der Bergische Naturschutzverein (RBN) am Samstag, 20. Oktober, ins Naturschutzzentrum Schmitzbüchel ein. Von 11 Uhr an wird der erste Teil der hiesigen Apfelernte samt frisch gepresstem Saft präsentiert. Eingebettet ist die Aktion in einen Öko-Markt. Da gibt es Gemüse von Bio-Höfen aus dem Kreis, Wurst und Käse von Ziegen, die als „Landschaftspfleger“ in der Wahner Heide eingesetzt sind, Backwaren aus Vollwertbäckereien, Obstler aus einer Rösrather Hausbrennerei oder Sämereien aus Radevormwald.

Darüber hinaus bekommen die Besucher einen Überblick über Materialien für ökologischen Hausbau, können mit Filz und Baumwolle werken oder sich beim Imkerverein über Honiggewinnung informieren. Ausstellungen dokumentieren zudem das Leben von Greifvögeln im Bergischen sowie das Vorkommen von Gelbbauchunken in ehemaligen Gruben im Kreisgebiet.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger - Autor kme

01. September 2011 - Keine Angst vor großen Brummern

Das Summen ist extrem laut und klingt bedrohlich. Eine Hornisse im Anflug kann schon Angst machen, keine Frage. „Sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen“, heißt es im Volksmund. „Die meisten Leute bekommen Panik bei Hornissen“, weiß aus Erfahrung, „dabei sind die bis zu 35 Millimeter großen Insekten weder aggressiv noch besonders giftig.“ Regelmäßig hat der promovierte Biologe mit Hornissen zu tun, er ist einer der zwölf ehrenamtlichen Hornissenbeauftragten des Rheinisch-Bergischen Kreises. Im Laufe des Sommers rufen zahlreiche besorgte Bürger an, wenn sich in ihrer Nähe Hornissen niedergelassen haben.

Mit ruhigen Bewegungen nähert sich Kureck einem Kasten, der an einem Zaun in seinem Garten hängt. Nachdem er die Abdeckung abgenommen hat, wird der Blick frei auf einen kunstvollen, filigran aussehenden Bau, der an der Decke des Kastens hängt. Die Hornissen lassen sich nicht stören, basteln ruhig an ihrem Nest weiter. „Das habe ich vor ein paar Tagen umgesiedelt, das scheint zu klappen“, sagt der 71-Jährige. Hornissen leben in lichten Wäldern und an Waldrändern. Doch manchmal sucht sich eine Königin in Frühjahr einen Rollladenkasten oder ein Dachgewölbe als Standort für ihr Nest aus. Weil sie zunächst allein ist, fällt das nicht weiter auf. Wenn die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind und dadurch der Flugbetrieb zunimmt, sind sie dann nicht mehr zu überhören. Auch lassen sich die Insekten in der Dämmerung von Lichtquellen anziehen. Sie fliegen dann laut summend und orientierungslos um Lampen herum. „Wenn man das Licht aus macht, fliegen sie aber schnell wieder Richtung Nest“, sagt der Biologe.

Mit etwas Zuckerwasser lockt Kureck zwei Hornissen auf seinen Finger. Die Tiere stehen unter Naturschutz. Wer ein Nest entfernen lassen will, muss eine Genehmigung des Kreises vorweisen. Vorher sieht sich der Hornissenbeauftragte die Situation vor Ort an. „Ich versuche vor allem zu helfen“, sagt der Biologe. Oft reiche es schon, den Leuten die Angst vor den Hornissen zu nehmen. „Ich stelle mich direkt vors Nest oder lasse die Tiere auf meinen Finger krabbeln“, so Kureck.

Das Nest, das aus einer Art Papier besteht, wird ist nur ein Jahr lang bewohnt. „Im Herbst kann es dann problemlos entfernt werden“, erklärt Kureck. Manche Leute sind aber auch schon beruhigt, wenn die Hornissen ihre Flugbahn ändern. „Ich mache einfach das Flugloch zu und öffne ein neues an der anderen Seite“, so der Biologe. Allerdings können sich Hornissen beim Bau ihres Nestes auch durch Rollladenkästen oder Giebel bis in die Zimmer durchfressen. „In einem Fall haben wir eine Glasplatte unter die Decke montiert“, erinnert sich der Overather. Im Winter wurde der Schaden dann ausgebessert. Auch eine Umsiedelung ist eine mögliche Lösung, die allerdings mit Verlusten für das Hornissenvolk verbunden ist.

Hierfür saugt der Biologe so viele Tiere wie möglich in eine Art Staubsauger und entfernt dann das Nest. In diesem Jahr hat er drei solcher Umsiedelungen vorgenommen. „Doch nur bei diesem einen Nest hier ist es gelungen“, so der Biologe. Bei den anderen Umsiedelungen hätten die Hornissen den neuen Standort nicht angenommen und seien weggeflogen. Doch manchmal können die Nester nicht entfernt werden, weil sie für den Insektenbeauftragten unerreichbar sind. Aber nur wenn die Umstände für die Beteiligten nicht tragbar sind, stimmt Kureck der Vernichtung der Tiere zu. „Ich erinnere mich an eine Ehepaar, das sich nicht mehr in sein Schlafzimmer traute, weil dort im Rollladenkasten Hornissen hausten“, sagt der Overather. Der Antrag auf Vernichtung des Nestes sei der allerletzte Weg. „Aber das kostet Geld und die Tiere fangen an zu stinken, wenn sie verwesen“, gibt er zu bedenken. „Ich bin allergisch“ – das bekommt Kurek oft zu hören. Dabei sind Schwellungen, ähnlich wie bei Wespen- oder Bienenstichen, eine ganz normale Reaktion auf einen Hornissenstich. Eine allergische Reaktion, die zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen kann, entwickeln die wenigsten Menschen. Im Laufe der Jahre ist Kureck vielfach von Hornissen gestochen worden. „Aber nur bei Umsiedlungen“, betont er. Einmal waren es sieben Stiche auf einmal. „Es hat schon weg getan, ist aber nicht angeschwollen“, sagt der Hobbyimker und erklärt, dass in der Fachliteratur von einer Ratte berichtet werde, die 60 Stiche problemlos überlebt habe. „Auf den Menschen übertragen, wären das 1000 Stiche auf einen 70 Kilogramm schweren Menschen“, rechnet Kureck hoch. „Doch die Volkstärke beträgt maximal 700 Tiere.“ Von tödlicher Bedrohung kann also nicht die Rede sein, zumal das Gift der Bienen viel stärker ist.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger - Bericht mit: Armin Kureck

Rheinisch-Bergischer Kreis: Keine Angst vor Hornissen (PDF)


04. Juni 2011 - Friedfertige Bestäuber

Die Imkerei Heinrich Hausstätter lud zu einem Tag der offenen Tür

Bergisch Gladbach. Für viele Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass morgens immer ein Glas Honig auf den Frühstückstisch zu finden ist. Dass dieser von Bienen hergestellt wird, ist den meisten auch klar. Doch wie funktioniert dieser Vorgang genau? Um dies und auch weitere Fragen zu beantworten, hatte die Imkerei Heinrich Hausstätter zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Im Vordergrund der diesjährigen Veranstaltung stand die Honiggewinnung.

Dabei führte die Besucher persönlich durch sein Bienenreich und gab umfangreiche Informationen zum "drittwichtigsten Tier auf der Welt" und sein Nutzen für Mensch und Natur. In diesem Zusammenhang konnte man ein Schauvolk betrachten, das nach Angaben des Imkers aus 4000 Exemplaren besteht. Die Königin wurde mit einem roten Punkt gekennzeichnet um sie innerhalb des Volkes schneller identifizieren zu können. Interesanterweise werden Bienenköniginnen mit einer Lebenserwartung von fünf Jahren 35 mal älter als einfache Drohnen. Diese haben es anscheinend sowieso nicht leicht und werden etwa ab Juli "abgetrieben, weil sie unnötige Fresser im Bienenvolk wären", wie Heinrich Hausstätter erklärt, der selbst etwa 30 Völker besitzt.

Nachdem sein Schiegervater über 30 Jahre Imker war, führte Heinrich Hausstätter, der auch Vorsitzender des Overather Bienenzuchtvereins ist, die Imkerei nun seit elf Jahren fort. Mit einem Lächeln erzählt er: "Meine Frau sagte damals zu mir, dass die Bienen im Haus bleiben!" Da war die Entscheidung bereits gefallen.

Quelle: rhein&berg - Autor: Christian Grosshardt

23. April 2011 - Overath Imker gehen mit Zuversicht in die neue Saison

Die Frühlingsblühte hat mit Macht begonnen und die Bienen tragen eilig Pollen und Nektar ein. Die Overather Imker erfreuen sich am regen Flugbetrieb von ihren Völkern und gehen mit Zuversicht in die neue Saison, trotz alarmierenden Meldungen über Bienensterben. Zwar wurden auch heimische Imker nicht verschont und haben herbe Verluste hinnehmen müssen; die Overather Imker haben aber noch genügend Völker um die Bestände wieder aufzubauen. Mit aus Rösrath haben sie auch einen erfahrenen Züchter, der sie wieder mit guten Königinnen aus der Region versorgt.

Die Bienenverluste haben mit dem strengen Winter übrigens nichts zu tun. Gesunde Honigbienen bleiben den ganzen Winter im Stock aktiv und halten in der Wintertraube auch bei strengen Frost auf Temperaturen um 20°C. Dabei dienen die Flugmuskeln als effektive Heizkörper und der eingetragene Honig oder Zucker als Brennstoff. Mit ausreichendem Wintervorrat können Honigbienen daher sogar am Polarkreis gehalten werden.

Die meisten Verluste sind die Folge einer Schwächung durch die parasitische Verroa-Milbe, die auch die Abwehr gegenüber Krankheiten schwächt. Meist können Imker durch geeignete Pflege und Vorsorge helfen.

Weniger könne sie gegen ausgeräumte Landschaften mit Monokulturen, blütenarme Wiesen und Pestizide tun, die nicht nur der Honigbiene, sondern auch Hummeln und andern Wildbienen das Leben schwer machen. Imker können auf solche Defizite hinweisen und sich auch für den Schutz der Wildbienen einsetzen, die oft weniger beachtet werden. Noch bietet die bergische Landschaft in weiten Bereichen ein vielfältiges Angebot an Blüten und Waldtracht, das nicht nur für eine vielseitige Ernährung der Bienen sondern auch für wohlschmeckenden Honig aus der Region sorgt. Einige besonders aktive Imker wandern zudem noch zeitweise mit ihren Völkern noch in andere Gebiete um bei der Bestäubung von Nutzpflanzen zu helfen oder um besonderen Sortenhonig zu ernten.

Neben dem Bienensterben ist die schwindende Zahl und die Überalterung der Imker ein Problem. Honigbienen, die wichtigsten Bestäuber für Natur und Landwirtschaft, können heute nicht mehr ohne Imker überleben. Daher müssen mehr Naturfreunde für die Bienenhaltung gewonnen werden. Der Bienenzuchtverein Overath dass neue Imker und Imkerinnen den Mietgliederschwund stoppen. Immer mehr Frauen entdecken die Bienenhaltung als naturnahes Hobby. Die jüngste Overather Imkerin ist 17 Jahre alt. Jungimker aber auch ältere Neuimker werden vom Verein gefördert und auf Wunsch von erfahrenen "Paten" betreut. Wer Interesse an dieser schönen und nützlichen Tätigkeit hat wende sich an einen Imker oder direkt an den BZV Overath.

Quelle: Mitteilungsblatt Overath - Autor: Armin Kureck